Licht Raum Resonanz
22. November 2025 – 25. Januar 2026
Wolfram Janzer
Bernhard Huber

Wolfram Janzer

Bernhard Huber
Finissage: mit den Künstlern am 25.01.26 um 15 Uhr
Wolfram Janzers Werke fordern tradierte Sehgewohnheiten heraus. Statt Gegenstände und Gegebenheiten fotografisch sichtbar zu machen, nutzt der Künstler räumliche Arrangements und taktile Oberflächenreize, um sie im lichtempfindlichen Prozess für seine Bildgestaltung zu nutzen.
Durch die Engführung von architektonischen Motiven und fotografischer Oberfläche gelangt Janzer zu seiner künstlerischen Bildfindung. Die Kompositionen formaler Strenge zeichnen sich zunächst durch eine grundlegende Reduktion auf wesentliche Strukturen aus, die der Künstler auf der Bildfläche jeweils arrangiert und ausbalanciert. Mittels der abbildenden Eigenschaft des fotografischen Mediums zeigen sich Bilder, die zwischen dem Abstrakten und dem Dokumentarischen changierend unsere Wahrnehmung befragen. Wolfram Janzer feierte in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Seine fotografischen Arbeiten stellte der Kunstverein erstmals 1993 aus. Eindrücklich veranschaulicht die aktuelle Werkauswahl die Entwicklung seiner künstlerischen Position.
Bernhard Hubers Objekte und raumgreifende Installationen weisen sowohl Aspekte der Glasmalerei als auch der Malerei auf. Geprägt von formaler Präzision und materieller Klarheit entfalten die Werke ihre atmosphärischen Raumpräsenzen, die der Künstler durch die Wirkung von Licht und den Einsatz von Farbe erfahrbar macht.
Mit den aktuellen mehrschichtigen Glasobjekten gestaltet er ein räumliches Zusammenspiel von Transparenz, Reflexion und Farbe. Die Bildgefüge aus gestaffelten Gläsern erscheinen – sowohl durch ihre Umgebung als auch die jeweiligen Betrachter*innenpositionen und Lichtverhältnisse beeinflusst – veränderlich. Zwischen Werk und Publikum entwickelt sich somit ein performativer Wahrnehmungsprozess im Raum. Bernhard Huber, geboren 1964 in Neresheim, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er lebt und arbeitet in Esslingen.
Eine Vernissage der besonderen Art
Anstelle der üblichen Eröffnungsrede, die krankheitsbedingt leider ausfallen musste, fand diesmal ein Künstlergespräch zum Auftakt statt, moderiert von Barbara Paul vom SWR. Die beiden Künstler gaben den zahlreichen Kunstinteressierten einen persönlichen Einblick in ihr Schaffen, ihre Technik und Gedanken zu ihren Werken. Begleitet wurde die Vernissage musikalisch wieder einmal vom Art Club Trio. Das Publikum war, den vielen Rückmeldungen nach, hellauf begeistert von diesem besonderen Abend.
(Andreas Gabelmann, Heike Strate, Joachim Strate)
„Ende einer Ausstellung“
Unter diesem Motto fand am 25.01. die Finissage zu unserer Ausstellung statt. Dr. Ellen M. Martin (Kunsthistorikerin und Leiterin der Sammlung Grässlin in St. Georgen) führte mit Wolfram Janzer und Bernhard Huber ein Gespräch in zwangloser Runde und schuf so Raum für einen spontanen Austausch mit den beiden Künstlern und interessierten Besuchern. Musikalisch begleitete das JazzDuo Thomas Georg Schoch (Flügelhorn) und Klaus Wallmeier (Percussion, Vokalisation) unter dem Motto „improvisierte Musik trifft auf Raum und Kunst“ die Finissage.
Fotos: Wolff Voltmer
Weitere Infos
Bericht über die Ausstellung bei SWR Kultur
Interview mit den Künstlern | Beitrag von SWR Kultur in der ARD Audiothek (5 min)
Instagram-Post von Barbara Paul (SWR) zur Ausstellung
Wir danken der Sparkasse Hegau-Bodensee, der Werner und Erika Messmer Stiftung und dem Weinhaus Baum für die freundliche Unterstützung.