Elementar
30. Mai – 12. Juli 2026
Daniela Baumann – Zeichnungen, Druckgrafik
I-Shu Chen – Zeichnungen, Malerei
Eintritt frei

Daniela Baumann

I-Shu Chen
Geschlossen: Fronleichnam (04.06.)
Daniela Baumann entwirft in ihren Zeichnungen und Druckgrafiken auf großformatigen Papierbögen elementare Bildwelten mit naturhaften Strukturen, die sich im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion entfalten. Für ihre teils monumentalen Tusche- und Kohlezeichnungen nutzt sie gefundene Hölzer, die sie eigenhändig köhlert und zu Zeichenkohle verarbeitet. Organisch und expressiv zugleich entwickeln sich auch ihre vielschichtig angelegten Linoldrucke, die zwischen massiver Formverdichtung und fragiler Formauflösung changieren. Darin wirken Naturmaterialien wie Holz, Blätter oder botanische Skizzen als Inspiration für die Umsetzung auf die Druckplatte. Ihre archaisch anmutenden Werke präsentiert Baumann meist freihängend als raumgreifende Installationen, so dass die ausdrucksstarken Bildschöpfungen einen skulpturalen Charakter gewinnen. Die Zeichnungen und Drucke erzählen von Ursprünglichkeit und Transformation, Energie und Bewegung zwischen Fläche, Linie und Raum, und enthalten ebenso Momente von Destruktion und Wachstum, Kraft und Zerbrechlichkeit. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Köln.
I-Shu Chen zeigt in seiner Serie „Fake Landscape“ minimalistisch anmutende Zeichnungen und Malereien auf Papier, die ihren Ursprung in der Markierung von Städten, Landschaften und Gärten auf historischen chinesischen Landkarten haben. Lineare Strukturen und vielfältige Farbnuancen auf unterschiedlich gestalteten Hintergründen lassen ebenso streng konstruktive wie gestisch offene Räumlichkeiten entstehen. Der Kontrast zwischen klarer geometrischer Ordnung und freier dynamischer Expression prägt dabei die gleichermaßen kraftvolle wie sensible Bildsprache. Zahlreiche Schichtungen und Übermalungen von Farben, Linien und Flächen kennzeichnen das komplexe Bildgeschehen. Die Werke scheinen zwischen Realität und Illusion, Natürlichem und Künstlichem, zu oszillieren. Mittels Kohle, Pastellkreide, Acrylfarben und collagierten Klebestreifen erschafft Chen abstrakte Neuinterpretationen fernöstlicher Bildtraditionen und konzeptueller Kulturräume und eröffnet einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart in der zeitgenössischen Zeichnung und Malerei. Der aus Taiwan stammende Künstler lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Eine gelungene Vernissage
Die Villa Bosch als Radolfzeller Begegnungsort war zur Eröffnung sehr gut besucht, obwohl das Wetter durchaus zum Baden oder in den Biergarten eingeladen hatte. Der Kunstverein ist offensichtlich gut etabliert in Radolfzell und das Interesse an unseren Ausstellungen sehr groß. Nach der Begrüßung fand anstelle der Laudatio wieder mal ein interessantes Künstlergespräch statt – das zweite anlässlich einer Vernissage und sicher nicht das letzte. Barbara Paul (SWR Kultur) hat uns auf unterhaltsame Weise Daniela Baumann und I-Shu Chen nahegebracht, im Dialog einen schnellen Zugang zu deren Werken eröffnet und hier und da einen anekdotischen Einblick in die Arbeit der beiden hervorgezaubert.
Fotos: Udo Gattenlöhner, Kerstin Schlegel, Rainer Schlegel, Jo Strate
Wir danken der Sparkasse Hegau-Bodensee, der Werner und Erika Messmer Stiftung und dem Weinhaus Baum für die freundliche Unterstützung.